Präsentation Hanno Stück “Sueño y Sonrisa”  
Atelier & Kunstraum  BILDFLÄCHE, Braunschweig, Pestalozzistraße 17

Hauptsächlich auf Malerei ausgerichtet arbeite ich mit Bildinstallation, Collage, Montage oder Fotoarbeit; ich nutze somit eine Palette von Medien für meine Ideen und finde in der Sprache Widerhall und Nachklang, wobei mir bezüglich der Titel meiner Werke oft auch spanische Wendungen einfallen und näher gehen als etwa angloamerikanische.

Einer meiner früheren Ausstellungen gab ich den Titel "Pirschen und Träumen". Aufspüren und Verdichten von Vorstellungen in einem sehr subjektiven Sinne. 
Kompositionen, für die ich z.B. aus der Baumkrone gepflückte ASTRUTEN verwendete oder in die ich Holzstücke bzw. Folienmaterial etc. einbaue, lassen bisweilen an ein Spiel mit Maskierungen denken. 
Wo sich meine Bildkontexte zu figurbezogenen Fragestellungen verdichten, verweisen die Charaktere nicht auf bestimmte historische Kontexte; ich begreife sie vor allem assoziativ und chiffrenartig. 
Konzeptuelle Überlegungen, die für mich so etwas wie gedankliche Schnittstellen zur Malerei sind, haben in meiner Arbeit ein deutliches Gewicht bekommen. An äußeren Vorbildern orientierte ich mich eher selten . Meine Bilder erscheinen mir wie ein “innerer summender Kreis”, der sich immerzu und neu sinnhaft zusammenfügt.
Die Kehrseite meiner Arbeit als Künstler, meine Tätigkeit als Psychologe, bindet mich an rationale Analyse und das Medium der Sprache. 
Der seidene Faden jedoch, an dem Aura und Wert eines Kunstwerkes hängen, bleibt bei aller Vielschichtigkeit der Malerei auch für mich ganz dem Sehen verbunden und “wie es gemeint war”, ist am Ende völlig egal - jenseits des Paradieses der Kunst.

Bildinstallation “Phantom”, 2018 (Resopal, Bleistift, Papier, Pappe, Fell, PE)


Chronologisch datierte Einträge: Über Kunst und bildkünstlerische Arbeit von Hanno Stück   ( Vita / → Ausstellungen)

23. Mai 2018, 11:15 Ich erinnere mich, mir schon einmal weit voraus gewesen zu sein. Die Fundierung der Kunst im Ritual, im „interesslos Schönen“ aber auch im „Ärgernis“ erscheint Mir weiter bedeutsam, bedeutsamer jedenfalls, als in ihr schlicht eine Ware zu sehen.

16. Mai 2018, 09:08 die Frage nach Sinnzusammenhängen beschäftigt mich als Künstler aber auch als Psychologe. Als Künstler bediene ich mich dabei der Visualisierung von Ideen. Die Medien aber, derer ich mich bediene und insbesondere das mir „heiligste“ Medium die Malerei führen zu Fragen der Ästhetik, wodurch eine vollkommen eigenständige Sinnebene ins Spiel kommt.

3. Mai 2018 „An die Geschichte glauben heißt, das mögliche zu begehren, heißt, die qualitative Überlegenheit des Bevorstehenden über das Unmittelbare zu postulieren, heißt: sich einzubilden, die WerdeWelt sei aus sich selbst reich genug, um die Ewigkeit überflüssig zu machen. Hört man auf daran zu glauben, gibt es kein Ereignis mehr, dem auch nur die geringste Tragweite erhalten bliebe. Dann interessiert man sich nur noch für die äussersten Grenzen der Zeit, d.h. weniger für ihre Anfänge als für ihre Beendigung, für ihre letzte Summe, für das, was nach ihr kommt, wenn der Ruhmdurst, der alle andere Begierde nach sich zieht, versiegt ist und der Mensch, frei von dem Antrieb, der ihn voran stieß, endlich sein Abenteuer hinter sich und eine Ära  ohne Wunsch vor sich aufgetan sieht.“ (Aus Cioran „der Absturz in die Zeit“ Seite 87)

1. Mai 2018 Am liebsten wäre ich im Stande, Kunst zu schaffen ohne mich zu wiederholen, was allerdings schon dadurch verhindert wird, dass die Bildsprache, welche sich letztlich entwickelt, Wiederholung mit sich bringt. Seriell zu arbeiten schließt eine Art Konzept ein, welches Wiederholung zumindest als Variante hervorruft. Dennoch ist das originale Werk für mich vor allem Einzelstück, welches losgelöst von den konzeptionellen Ursprungsbedingungen wirkt.

26. April 2018 ; Ich bin von dem Gedanken bewegt, meine Bilder ins Helle zu stellen, sie nicht nur ins physische Licht zu bringen, sondern auch in das geistige Licht, ins Bewusstsein des Betrachters. Als Künstler relativ unvernetzt , suche ich auch als „Einzelgänger“ Diskurs und Abklärung, welchem Paradigma der Kunst ich folge und scheue mich nicht, meine Arbeiten in Ausstellungen dem Publikum nahe zu bringen . Sowohl die 
flüchtigen Blicke des „Banausen“ als auch die kritischen der (evtl. auch bloß vermeintlichen) Kenner sind hierbei Erfahrungen, denen man nicht entgeht.  
 
25. April 2018, “Jetzt scheinen die Dinge nicht so klar, wie gestern noch gedacht…” Unklarheit ist ein spannendes Thema,  gerade auch als Künstler.  Ob im Erfolg oder auf scheinbar verlorenem Posten, es geht darum, die Dinge immer weiter zu entwickeln. Ich möchte mich auch in solch persönlicher Hinsicht nicht gänzlich bedeckt halten, gilt es doch, auch dafür eine Form zu entwickeln und sich der eigenen Wahrheit anzuvertrauen.